Lehrstuhl für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München

Aktuelle Forschungsprojekte  2019

 

Ausgewählte Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München

Von den unterschiedlichen Forschungsprojekten des Stiftungslehrstuhls für Sozialpädiatrie der Technischen Universität München stelle ich Ihnen erneut zwei vor, die wir in diesem Jahr auch Dank Ihrer Unterstützung weiterführen konnten.

 

Überarbeitung der Münchener Funktionellen Entwicklungsdiagnostik (MFED)

Die frühe Diagnostik von Entwicklungsverzögerungen und diese frühest möglich erfolgreich zu therapieren ist ein Hauptanliegen der Sozialpädiatrie.

Die Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (MFED), die von Theodor Hellbrügge und seinem Forschungsteam entwickelt wurde und einer der weitverbreitesten Entwicklungstests ist, erfasst anhand von sieben Skalen den Entwicklungsstand von Kleinkindern.

Der Lehrstuhl für Sozialpädiatrie hat die „MFED 1.–4. Lebensjahr“  im Jahr 2017 grundlegend überarbeitet und neu normiert. Es entstand die Urversion. Mit dieser wurden im Jahr 2018 488 Kinder in ganz Deutschland getestet. Die erste Erhebung ergab sehr gute Ergebnisse. Ein paar Kleinigkeiten wurden verändert und es entstand Anfang 2019 die 2. Version der „MFED 1.–4. Lebensjahr“. Im Januar konnte nun mit der letzten Phase der Neunormierungsstudie begonnen werden. Insgesamt sollen 3.000 Kinder im Alter von 0 bis 48 Monaten getestet werden.

Die so gewonnenen Normdaten sind die Voraussetzung für eine gute Entwicklungsdiagnostik mit dem Ziel, Abweichungen von einer normalen Entwicklung frühzeitig zu erkennen und zu therapieren.

 

App „Unser kleiner Schreihals“  – eine Smartphone-gestützte Hilfe für Eltern

Frühkindliche Regulationsprobleme – wie unstillbares Schreien, Probleme beim Ein-/Durchschlafen,  und/oder Schwierigkeiten beim Füttern – stellen für Eltern und Kind häufig eine enorme Herausforderung dar und können sich zudem negativ auf die gesunde Entwicklung des Kindes auswirken.

Die psychoedukative App „Unser kleiner Schreihals“ wurde am Lehrstuhl in Kooperation mit dem  Kinderzentrum  München  und  der University of Warwick, UK, entwickelt und durch die Initiative „Gesund.Leben.Bayern“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums gefördert. Sie soll betroffenen Eltern als frühzeitiges Unterstützungsangebot  dienen  und  kann  bereits etablierte Beratungsangebote ergänzen.

Zurzeit wird die erste Testversion der entwickelten App in einer Studie evaluiert. Nach der Optimierung soll die App betroffenen Familien bald zur Verfügung gestellt werden.

 

Aktuelle Forschungsprojekte  2018

„Unser kleiner Schreihals“ - neuartige Smartphone-App - ein Forschungsprojekt des Stiftungslehrstuhls Sozialpädiatrie

In diesem Jahr stelle ich Ihnen das Forschungsprojekt „Unser kleiner Schreihals“ vor, das zusätzlich zu unserem Krisentelefon im Kinderzentrum München vielen verzweifelten Eltern helfen soll.

In enger Kooperation mit der Initiative Gesund.Leben.Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege entwickelt der Lehrstuhl aktuell die neuartige Smartphone-App „Unser kleiner Schreihals“. Das Angebot richtet sich an Eltern, deren Baby unstillbar schreit, Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder in Füttersituationen zeigt. Solche Regulationsprobleme sind für Familien meist sehr belastend. Die Eltern sind häufig verunsichert im Umgang mit dem Kind, da sie es nur sehr schwer beruhigen können. In der Folge tun sie sich schwer, die Signale und Bedürfnisse ihres Babys zu verstehen, was sich negativ auf die Problematik an sich und auch auf die Beziehung zwischen Eltern und Kind auswirken kann.

Es ist daher besonders wichtig, das Wissen der Eltern über Regulationsprobleme und mögliche Interventionsmöglichkeiten zu erhöhen sowie deren Selbstwirksamkeit und Kompetenzerleben im Umgang mit ihrem Kind zu stärken und vor allem die erlebte Belastung zu reduzieren.

Häufig ist die Hürde, professionelle Hilfe aufzusuchen, für stark belastete Eltern aufgrund eigener Versagensängste und Stigmatisierungsbefürchtungen sehr hoch. Die hier entwickelte App soll umfassend über das Krankheitsbild aufklären und erste Tipps & Tricks für einen adäquaten Umgang mit dem Säugling vermitteln. So sollen das elterliche Kompetenzerleben und die Selbstwirksamkeit gestärkt werden. Eine Austauschmöglichkeit in einem Forum für die Eltern soll zudem für emotionale Entlastung sorgen und Hilfe zum Aufbau eines sozialen Netzwerks unter Betroffenen bieten. Die App „Unser kleiner Schreihals“ wird für Eltern einen niedrigschwelligen Zugang zu fundierten Informationen mit Adressen von Beratungsstellen bereitstellen, wodurch die Familien zur professionellen Beratung und ggf. Therapie motiviert werden können, bevor es zu schädlichen Auswirkungen auf das Kindeswohl kommt.

 

Aktuelle Forschungsprojekte  2017

In einem aufwändigen Projekt wird die "Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (MFED)" grundlegend überarbeitet

Mit der Einführung der MFED im Jahr 1968, die es ermöglicht schon frühzeitig Rückstände im Krabbeln, Sitzen, Laufen, Greifen, Spielen, Sprechen, Sprachverständnis und in der sozialen Entwicklung zu erkennen, hielt die Entwicklungsdiagnostik erstmals Einzug in die Kinderarztpraxis. Da diese Diagnostik gut durchzuführen ist und gleichzeitig eine hohe Testqualität hat, wurde sie das am meisten angewendete Testinstrument in der Kinderheilkunde überhaupt und erfreut sich noch heute großer Anerkennung.

   

Die Bilder zeigen Ihnen die Entwicklung des Sozialverhaltens eines Säuglings in den ersten vier Lebensmonaten - vom großartigen Erlebnis des ersten Lächelns im 2. Monat, über das "Soziale Lächeln" sobald es ein sich bewegendes menschliches Gesicht sieht im 3. Monat, bis hin zum lauten, fröhlichen Lachen im 4. Monat. Mit Hilfe der Münchener Funktionellen Entwicklungsdiagnostik ist es möglich, den Entwicklungsstand eines Säuglings zu bestimmen.

Der Lehrstuhl für Sozialpädiatrie hat zusammen mit dem leitenden Psychologen des Kinderzentrum München, Herrn Dr. Voigt, mit Professor Esser (Potsdam), Professor Schmid (Altötting) und Dr. Wyschkon (Potsdam) in den vergangenen Jahren die Münchener Funktionelle  Entwicklungsdiagnostik grundlegend überarbeitet.  Neuste Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und den Neurowissenschaften sind in die Entwicklung eingegangen. Nach zwei Jahren intensivster Detailarbeit konnte sie jetzt erfolgreich abgeschlossen werden.

Nach der erfolgreichen Bearbeitung werden nun in mehreren Abschnitten über die nächsten 3 Jahre verteilt mehr als 3000 Kinder untersucht. Die so gewonnenen Normdaten sind die Voraussetzung für eine exakte Entwicklungsdiagnostik mit dem Ziel, Abweichungen von einer normalen Entwicklung frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Die Neue Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik wird voraussichtlich in drei Jahren für die Praxis zur Verfügung stehen.

     

 

„Spiele ohne Grenze“ – ein inklusives Sport-Event – fand am 5. Juli 2016 unter der Schirmherrschaft von Bezirkstagspräsident Josef Mederer in München statt. Mit Begeisterung beteiligten sich alle Kinder mit und ohne Behinderung an den für sie neu entwickelten gemeinsamen Spielen.

Foto - F. Kautz/TUM

„Spiele ohne Grenze“
Gemeinsam mit Frau Professorin Wacker, renommierte Inklusionsforscherin an der TU München, hat das Lehrstuhlteam Spiele für Kinder mit und ohne Behinderungen zur Anwendung im Regelsportunterricht entwickelt und in einer ersten Veranstaltung getestet.

Die Veranstaltung, die der Bezirkstagspräsident Josef Mederer persönlich eröffnet hatte, war ein großer Erfolg. Über 100 Kinder haben die neuen Spiele mit Freude aufgenommen.

 

 

 

Von der Gundlagenwissenschaft zur klinischen Anwendung
Der Lehrstuhl Sozialpädiatrie ist an einem deutschen Konsortium zur Erforschung seltener genetischer Erkrankungen beteiligt. Gemeinsam mit Grundlagenforschern sollen neue Möglichkeiten zur Behandlung kognitiver Defizite bei Kindern mit Rasopathien gefunden werden. Unser wissenschaftlichesTeam ist für die Aspekte der praktischen Anwendung beim Patienten verantwortlich.

Sprechstunde in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge
Die seelische Gesundheit von Kindern von Anfang an im Fokus zu haben, ist das Ziel des neuen Sprechstundenangebotes in der Bayernkaserne. Im Vorfeld konnte das Lehrstuhlteam eine hohe Rate an psychischen Erkrankungen bei Kindern syrischer Familien mit Fluchthintergrund nachweisen. Kinder und Jugendliche werden bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung von Psychologen, Sozialpädiatern und Kinder- und Jugendpsychiatern betreut. Dieses Projekt führen wir in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Psychosomatik der TUM durch.

 

Aktuelle Forschungsprojekte 2015 / 2016

Prof. Dr. med. Volker Mall

Vorsitzender der Theodor-Hellbrügge-Stiftung

Von den vielen Forschungsprojekten, die wir Dank Ihrer Spenden im Stiftungslehrstuhl Sozialpädiatrie durchführen können

      • Erforschung von Entwicklungsstörungen,
      • Entwicklung von Patientenschulungsprogrammen,
      • Computergestützte Sprachhilfe bei Kindern mit schwerer Behinderung,
      • Computergestützte dreidimensionale Ganganalyse,
      • Frühe Hilfen für betroffene Eltern,
      • Erforschung von Regulationsstörungen und ihre Therapie,
      • Etablierung von Therapieangeboten für traumatisierte Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund

möchte ich Ihnen heute das Projekt vorstellen, das unser Lehrstuhlteam in den kommenden Jahren besonders beschäftigen wird:

Die Neue Münchener Funktionelle Entwicklungsdiagnostik (MFED)

Mit der Einführung der MFED im Jahr 1968, die es ermöglicht schon frühzeitig Rückstände im Krabbeln, Sitzen, Laufen, Greifen, Spielen, Sprechen, Sprachverständnis und in der sozialen Entwicklung zu erkennen, hielt die Entwicklungsdiagnostik erstmals Einzug in die Kinderarztpraxis.

Da diese Diagnostik gut durchzuführen ist und gleichzeitig eine hohe Testqualität hat, wurde sie das am meisten angewendete Testinstrument in der Kinderheilkunde überhaupt und erfreut sich noch heute großer Anerkennung.

Unser Forschungsteam gemeinsam mit dem leitenden Psychologen des Kinderzentrums, Herrn Dr. Voigt, und dem führenden Entwicklungspsychologen Deutschlands, Herrn Professor Esser, Potsdam, haben es sich zur Aufgabe gemacht die Münchener Funktionelle  Entwicklungsdiagnostik grundlegend zu überarbeiten und neu zu normieren.

Neuste Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und den Neurowissenschaften sind in die Entwicklung eingegangen. Nach zwei Jahren intensivster Detailarbeit konnte sie jetzt erfolgreich abgeschlossen werden.